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Ahrenshoop/Darß (c) Reise Leise

Ostseetrip – ein Tourvorschlag, Teil 2


In Teil 1 meines Ostsee-Berichts habe ich über Bad Doberan und Rostock-Warnemünde geschrieben. Nun geht es über Warnemünde Richtung Darß:

Eigentlich hatten wir geplant, am Vormittag Rostock zu erkunden, das Wetter war jedoch viel schöner als am Vortag, so dass wir lieber noch einmal zum Fotografieren nach Warnemünde fahren wollten. Deshalb zu Rostock hier nur ein kurzer Abriss:

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Darß, Weststrand, (c) Reise Leise

Ostseetrip – ein Tourvorschlag, Teil 1


Die Deutsche Ostseeküste ist fast 2250 km lang und hat viele schöne bekannte und auch versteckte Schönheiten, die auf ihre Entdeckung durch Besucher warten.

Mehr als 1700 km erstrecken sich dabei auf das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern: weiße Sandstrände, Kiefernwälder, Natur-Campingplätze, Hansestädte und geschichtsträchtige Plätze. Hier setzt mein heutiger Reisebericht an, den ich, dem Umfang der Informationen geschuldet, auf mehrere Teilberichte strecken werde. ich nehme an, dies ist auch im Sinne meiner Leser.

Windflüchter (c) Reise Leise

Windflüchter (c) Reise Leise

Strandkorbparade (c) Reise Leise

Strandkorbparade (c) Reise Leise

Zeesenboot-Romantik (c) Reise Leise

Zeesenboot-Romantik

 

 

Postkartenmotive (c) Reise Leise

Postkartenmotive (c) Reise Leise

Kleine Häfen und große...

Kleine Häfen und große…

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Blick vom Eldfell auf den Eyjafjallajökull Foto: (c) ReiseLeise

Ein Tag auf den Westmänner-Inseln – Teil 2

Nachdem ich im ersten Teil die Überfahrt, den Hafen und die Wanderung zum Fuß des Eldfell beschrieben habe, geht es nun hinauf auf den Vulkan! Die Route ist gut ausgeschildert und führt zunächst um den Vulkankegel herum. Informationstafeln informieren unterwegs über die Insel, den letzten Vulkanausbruch sowie über die geothermale Wärmeversorgung und zeigen auch weitere Wanderrouten auf. Während die dem Hafen und der Stadt zugewandte Seite des Eldfell im unteren Bereich stark mit Schlacken und Gesteinsbrocken übersät war, zeigte die andere Seite kaum etwas vom Chaos des letzten Ausbruchs. Schwarze Lava-Asche bedeckte sanft geschwungene Flächen, die teilweise schon wieder mit sattem Grün bewachsen waren.

Auf dem Weg zum Krater des Eldfell (c) ReiseLeise

Auf dem Weg zum Krater des Eldfell (c) ReiseLeise

Grasbewachsene Flächen am  Eldfell (c) ReiseLeise

Grasbewachsene Flächen am Eldfell (c) ReiseLeise

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Sonnenaufgang in Makadi Bay/Rotes Meer - Foto (c) ReiseLeise

Magische Stille am Roten Meer – Makadi Bay

Makadi Bay – Touristenzentrum am Roten Meer

Im Jahr 2010 war ich aus beruflichen Gründen in Ägypten – arbeiten, wo andere Urlaub machen. Ein wenig aufgeregt war ich schon, zumal schon die Anfahrt als „Standby-Reisende“ recht abenteuerlich war. Aber davon ein anderes Mal mehr.

Die Anreise

Das Touristenzentrum Makadi Bay liegt am Roten Meer und ist über den Flughafen Hurghada zu erreichen. Mit Air Berlin ging es zunächst nach Luxor. Die Flugzeit betrug ca. 5 Stunden, so genau weiß ich das nicht mehr. Auf alle Fälle war ich sehr beeindruckt, wie vielfältig die Strukturen der Sahara sind. Von wegen „flach und sandig“! Von oben sieht diese Wüste seht vielfältig aus, bergig und von tiefen Furchen durchzogen.
Besonders hat mich dann der Flug über den Nil fasziniert – hier war deutlich zu erkennen, welche fruchtbare Kraft dieser Fluss für das Leben der Region hatte und noch immer hat. Vor einigen Minuten noch Sand ohne Ende, war links und rechts vom Fluss sattes Grün zu sehen. Schmale Streifen von üppiger Vegetation: Gärten, Häuser, Leben!

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Westmännerinseln - Heimaey (c) ReiseLeise

Ein Tag auf den Westmänner-Inseln – Teil 1


Die Westmännerinseln sind unbedingt einen Besuch Wert. Zum einen sind sie geologisch interessant, da sie die höchste Vulkan-Aktivität im Archipel aufweisen. Die Besteigung des letztmalig 1973 ausgebrochenen Vulkans Eldffell ist ein beinahe magisches Erlebnis. Zum Anderen brüten auf dieser Inselgruppe zahlreiche Seevögel, unter anderem die lustig anzusehenden Papageitaucher. Im August war es dafür schon zu spät, aber es gab trotzdem Wunderbares und Einmaliges zu sehen.

Wir besuchten die Hauptinsel Heimaey:

Heimaey/Westmännerinseln, Blick vom Vulkan Eldfell

Heimaey/Westmännerinseln, Blick vom Vulkan Eldfell, Foto: (c) ReiseLeise

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Island – eine Reiseroute


Schon sind die 14 Tage unseres Island-Abenteuers vorbei und ich bin dabei, endlich wieder an stabilem W-Lan, die Routen, Erlebnisse, Erfahrungen und ca. 6.000 Fotos aufzuarbeiten.

Zunächst ein bisschen Statistik:

Reisezeit

15.-29.08.2014

gefahrene Kilometer in Island

ca. 2.500 km

Wetter

12 Tage sonnig-leicht bewölkt
1 Tag stark bewölkt
1 Tag Regen

Temperaturen: tags: 11-15 °C, nachts: 5 -10 °C

Unterkünfte

3 Nächte: 15.-18.08. ACE Guesthouse Reykjanesbaer

11 Nächte: Zelt/Campingplätze:

Unterwegs mit Zelt und Mini-Jeep 2014

Unterwegs mit Zelt und Mini-Jeep 2014

– 18.-20.08. Þingvellir Nationalpark
– 20.-22.08. Hamragarðar camping Nähe Seljalandsfoss
– 22.-24.08. Höfn im Vatnajökjull-Gebiet
– 24.-25.08. Camping Skaftafell im Vatnajökull-Nationalpark
– 25.-27.08. Hellishólar Nähe Hvolsvöllur
– 27.-29.08. Stykkishólmur Halbinsel Snæfellsnes

Fahrzeuge

16.-17.08. Honda Jazz, Benzinmotor
18.-29.08. Suzuki Jimny, Benzinmotor 4 x 4

Reise-Etappen

16.08.       Halbtages-Ausflug zur Halbinsel Miðnes

Zwischen Amerika und Europa

Zwischen Amerika und Europa

Garðskagi 2014

Garðskagi 2014

17.08.       Tages-Ausflug nach Reykjavik

Reykjavik 2014 - Harpa

Reykjavik 2014 – Harpa

Reykjavik 2014

Reykjavik 2014

18.09.      Kevlavik (Flughafen, Autoverleih) – Þingvellir Nationalpark
(über Wasserkraftwerk Landsvirjun, Þingvellir Nationalpark, Wanderung zum Alþingi
und Oxarárfoss)

19.09.      Fahrt zum „Goldenen Zirkel“ und Langjökull-Gletscher
(Laugarvatn – Strokkur – Gulfoss – Basislager Langjökull – Laugarvatn fontana Bad)

Gulfoss-Wasserfall 2014

Gulfoss-Wasserfall 2014

20.08.     Weiterfahrt nach Hamragarðar
(Selfoss – Eyrarbakka – Stokkseyri – Urriðafoss – Camping am Seljalandsfoss)

Eyrarbakki-Panorama

Eyrarbakki-Panorama

21.08.     Tagestour zu den Westmännerinseln (Heimaey), Sonnenuntergang am Seljalandsfoss
(Fähre – Spaziergang durch die Hafenstadt – Aufstieg zum Eldfell-Vulkan)

Westmänner-Insel Heimaey 2014

Westmänner-Insel Heimaey 2014

22.08.     Weiterfahrt nach Höfn (Südosten, Vatnajökull-Gebiet)
(Skogarfoss – Skogar – Dyrhólaey – Vik – Skeiðarársandur – Jökullsárlón – Höfn
Camping)

Jökullsarlon-Panorama 2014

Jökullsarlon-Panorama 2014

23.08.     Tagestour Richtung Stokksnes und Lón-Gebiet
(Hafenstadt Höfn – Wikingercafé/Wikinger-Filmkulisse/ Stokknes – auf der gravel road
ins Lón-Gebiet)

Auf der "gravel road" im Lón-Gebiet

Auf der „gravel road“ im Lón-Gebiet

24.08.     Weiterfahrt zum Campingplatz Skaftafell
(noch mal Jökullsárlón, bei ganz anderem Wetter!)

Jökullsarlon bei grauem Wetter 2014

Jökullsarlon bei grauem Wetter 2014

25.08.     Wanderung im Vatnajökull-Gebiet/Weiterfahrt nach Hvolsvöllur
(Skaftafellsjökull – Svartifoss)

Svartifoss 2014

Svartifoss 2014

26.08.     Regentag! 
Saga-Museum in Hvolsvöllur – Informationszentrum Eyjafjallajökull – Abendessen im
„The potters house“

Im Saga-Muserum Hvolsvöllur 2014

Im Saga-Muserum Hvolsvöllur 2014

27.08.     Fahrt an die Westküste zur Halbinsel Snæfellsnes
(Geothermal-Park Hveragerði – Hafenstadt Stykkishólmur – ein letzter Campingplatz)

Geothermal-Park 2014

Geothermal-Park 2014

28.08.     Tagestour über Snæfellsnes
(3 Wünsche frei auf dem Helgafell – Museumsbesuch mit Eishai-Verkostung in Bjarnar
höfn – Hellbar/Baðstofa – Hot Pot im Schwimmbad Stykkishólmur)

Trockenfisch in Bjarnarhöfn 2014

Trockenfisch in Bjarnarhöfn 2014

29.08.     Rückfahrt nach Kevlavik/Rückflug nach Berlin-Schönefeld

Der Bárðarbunga verabschiedete sich mit einer kleinen Eruption von uns. Was ihn betrifft, bin ich gespannt, wie sich die Situation entwickelt. Wer mehr dazu wissen will, kann hier, auf der Seite des Isländischen Wetterdienst neutrale und aktuelle Informationen bekommen. Die europäischen Medien haben ja schon bis jetzt aus Mücken eine ganze Herde Elefanten gemacht

Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen die einzelnen Touren genauer beschreiben und eine aussagekräftige Auswahl an Fotos hinzufügen. Dazu brauche ich noch etwas Zeit.

Später plane ich, einige Island-Highlights noch ein Einzelnen vorzustellen. Denn es ist nicht alles in einen Beitrag zu packen, was möglich wäre. Ich denke, mehrere kürzere Blogartikel „erschlagen“ nicht ganz so schnell. Außerdem ist dann über die Suchfunktion des Blogs ein übersichtliches Auffinden einzelner Themen möglich.

Und zum Schluss kommt die endgültige Liste, was auf einem Urlaub in Island unbedingt ins Gepäck muss sowie eine Themenauswahl, die ebenfalls wichtig für Island-Reisende ist (Geld und bezahlen, Straßenverkehr, Preise, Tanken, Essen und Trinken, usw…)

 

 

 

 

 

 

Abenteuer Landpartie – mit tunesischen Verkehrsmitteln nach Cap Bon


Außer auf Djerba habe ich auch in Nabeul gearbeitet und hatte sogar zweimal die Möglichkeit ein wenig in die arabische Kultur einzutauchen, interessante Gespräche zu führen und ganz viel Neues zu lernen.

Wenn man in einem Ferienclub arbeitet, hat man in der Regel nur einen freien Tag pro Woche  und den gilt es zu nutzen!

So entschieden Jenny, die Praktikantin für einen Sommer, und ich, gemeinsam auf Tour zu gehen. Nach Karthago wollte sie nicht – sind doch nur haufenweise Steine zu sehen. Und das mir als verhinderte Archäologin! Naja – stimmt schon. Ich dachte mir, nach Karthago komme ich bestimmt auch noch ein anderes Mal und aufgrund der warmen Temperaturen war es sicher gescheiter, Richtung Meer zu fahren, als in der Gluthitze durch ein museales Ruinenfeld zu wandern.

Wir wollten nach Cap Bon – den nördlichsten Zipfel von Tunesien. Dort sollte es sehr schön sein und auch die Punischen Steinbrüche, die u.a. das Material für viele berühmte Bauten der Antike geliefert haben, waren eine Reise sicher Wert.

Soweit schon  mal gut, blieb nur noch die Frage nach dem Beförderungsmittel. Es gibt am Ort eine Bimmelbahn, aber irgendwie hatten wir keine Lust auf heiße Zugabteile mit gackernden Hühnern und fröhlichen Touristen. Die Frau des Clubchefs meinte, wir sollten doch ganz einfach eine Louage nehmen, die wäre preiswert und wir kämen schnell ans Ziel.

Wir sind beide noch nie mit so einem Kleinbus unterwegs gewesen und das roch förmlich nach einem Abenteuer – und etwas mulmig war uns schon. Gesagt, getan – ab nach Nabeul zum Bahnhof. Dort starten auch die Louages in die verschiedensten Richtungen.

Echt lustig – auf einem Platz standen etliche Kleinbusse, am Eingang des Carrés saß ein alter Mann und fragte uns auf arabisch nach unserem Reiseziel. Gut, den Ort zu nennen, war noch kein Problem. Zunächst wollten wir nach Kelibia. Dort sollte es eine interessante Burg geben. Mit viel Palaver suchte der Opa lautstark nach dem passenden Gefährt und letztendlich landeten wir im (hoffentlich) richtigen Bus: Platz für ca. 8 Personen, hinter dem Schaltknüppel eine Holzkiste, die mit einem Vorhängeschloss versehen war. Später erkannten wir: das ist die Kasse – tja, man kann nie vorsichtig genug sein. Wir zahlten unserem Obolus, der beschämend gering war – 8 Dinar (knapp 4€) für eine Stunde Fahrt, so genau weiß ich das gar nicht mehr.

In der Louage Foto (c) C.Kerlikowski

In der Louage Foto (c) C.Kerlikowski

Mit den Abfahrtszeiten muss man es nicht so genau nehmen. Irgendwann geht es los. Dasselbe trifft auch für Haltestellen auf der Strecke zu, man muss schon sichtbar dort stehen und warten und hoffen, dass noch mal eine Louage vorbeikommt. Taxis gibts aber auch genug, also kommt man immer irgendwie weiter.

So zuckelten wir gen Kelibia. Es ist schön, dabei die Gegend anzuschauen, obwohl wir zwei europäischen Frauen doch etwas beäugt wurden – Exoten in der arabischen Welt. Das machen nicht viele, aber man sollte es mal probieren. Wie in einem „richtigen“ öffentlichen Verkehrsmittel gab es unterwegs ein Kommen und Gehen. Meist waren es junge Männer mit Laptops (jaja, auch in Nordafrika ist man sich der Vorzüge des Internets wohl bewusst) und Ehepaare auf Shopping-Tour.

In Kelibia angekommen, wurden wir zunächst von einem leichten Regenschauer überrascht. Trotzdem spazierten wir Richtung Hafen und besuchten als einzige Gäste um die Mittagszeit ein Restaurant auf einen kleinen Imbiss. Von dort aus trabten wir langsam und ganz entspannt Richtung Burg. Wie fast überall in der Nähe von Burgen ging es auch hier stramm bergauf, bis wir an einer Weggabelung ankamen. Genau an dieser Gabelung saß ein alter Mann, gemütlich eingerichtet mit Tisch und Stühlchen und fragte, ob wir die Festung sehen wollten oder ins Café möchten. Ein Café?? Hier ?? Ich hatte in meinem Reiseführer (Michael Müller Verlag) gelesen, dass es in der Nähe ein kleines Café mit dem schönsten Blick auf die Bucht geben soll… es wird doch wohl nicht…? Aber das konnte ich mir kaum vorstellen. Weit und breit waren weder ein Café noch ein Wegweiser zu sehen.

Also erst mal auf die Burg. Es ist ein imposantes Gebäude und von dort aus gibt es einen fantastischen Blick auf die Umgebung inklusive der Bucht mit türkisblauem Wasser. Hier einige Fotos:

Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

Festung Kelibia Foto (c) C.Kerlikowski

Festung Kelibia Foto (c) C.Kerlikowski

Kelibia-3Festung Kelibia (c) C.Kerlikowski

Kelibia-3Festung Kelibia (c) C.Kerlikowski

Kelibia-3Festung Kelibia (c) C.Kerlikowski

(c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

Blick von der Festung Foto (c) C:Kerlikowski

Blick zum Hafen Foto (c) C:Kerlikowski

Nachdem wir den Rundgang auf der Burg sehr genossen hatten, kam uns das Angebot des alten Herrn wieder in den Sinn. Man könnte ja doch mal gucken, ob er uns einen Thè Menthe oder einen frisch gepressten Orangensaft vermitteln kann.

Sichtlich erfreut über seine zwei Gäste führte er uns zielgerichtet durch die Hecken zu einem Haus, seinem Wohnhaus. Fast durchs Wohnzimmer, auf den Innenhof, die Treppe hoch und … bääämmm!!! Eine kleine Dachterrasse mit 3 oder 4 Tischen und dem wirklich schönsten Ausblick auf das Mittelmeer, den man sich vorstellen kann. Wir bestellten unsere Getränke und gaben uns mit allen Sinnen der unglaublichen Stille und Schönheit der Landschaft hin. Der Reiseführer hatte einen echten Insider-Tipp preisgegeben.

Die Dachterrasse Foro (c) C.Kerlikowski

Die Dachterrasse Foro (c) C.Kerlikowski

Die Aussicht Foto (c) C.Kerlikowski

Die Aussicht Foto (c) C.Kerlikowski

Irgendwann mussten wir uns loseisen, wenn wir noch nach Cap Bon weiter wollten. Schweren Herzens verließen wir das Café und trabten den Berg hinunter und mir grauste etwas vor dem Gedanken, wieder auf eine Louage warten zu müssen. Zum einen hatte ich keine Lust auf einen Fußmarsch, zum anderen wurde es langsam Nachmittag und irgendwo in der tunesischen Einöde hängenbleiben wollte ich auch nicht. Zielsicher marschierte Jenny los in (die gefühlte) richtige Richtung. Sie meinte, es würde sicher ein Taxi kommen, das uns mitnimmt. Na gut…

Es ist unglaublich, aber wir mussten wirklich nicht lange warten. Das Taxi hielt, wir kauderwelschten unser Ziel und der Fahrer nannte einen so geringen Preis, dass wir zweifelten,ob er unsere Angabe wirklich verstanden hatte. Sicher ist sicher, dachte ich mir und zeigte ihm den Ort in meinem Reiseführer. Der Fahrer nickte und kassierte von jedem 850 Millimes, also ca. 40 Cent und düste los.

Wenig später wurde uns klar, in was für ein Taxi wir gestiegen waren – in ein Sammeltaxi! Kein Problem: ein Pärchen stieg zu, das wenigstens englisch konnte – so erklärte uns der Fahrer, dass er nicht bis Cap Bon fahren würde, uns aber ein anderes Taxi vermitteln könne. Das tat er auch. Wir wurden umgeladen, das Pärchen entschwand mit dem Fahrer und wir stíegen zu einem älteren Ehepaar ins Taxi. Wieder 850 Millimes pro Person bezahlt und weiter ging es!

In El Haouria stieg das Ehepaar aus und der Fahrer bedeutete uns, dass wir am Ziel angekommen seien. Leicht irritiert berieten wir uns, denn es sah hier nun wirklich weder nach einer malerischen Küste noch nach den Punischen Steinbrüchen aus. Der Fahrer bekam das mit und fragte „La grotte“? Jaja, da wollten wir hin! Für ein paar Dinar würde  er uns hinbringen – also los! Unterwegs kamen mir Zweifel, ob wir auch wirklich zu annehmbarer Zeit zurück nach Nabeul kommen würden.

Ich wollte echt kein Risiko eingehen und war mir nicht sicher, ob wir in dieser Einöde eine Louage erwischen würden. Nach kurzer interner Diskussion fragten wir den Fahrer, ob er uns auch zurück nach Nabeul fahren würde. Mit dem Preis von 60 Dinar (ca. 27€) waren beide Seiten glücklich. Wahrscheinlich konnte seine Familie von dem Geld ein oder zwei Wochen ernähren..

Wir hatten den nettesten Reiseführer, den man sich denken kann: er half uns über Holpersteine, nannte die Namen der umliegenden Inseln und verhandelte mit dem Wärter vor Ort, ob es nicht doch eine Möglichkeit gäbe, die Steinbrüche zu besuchen. Leider erfolglos wegen Einsturzgefahr, aber egal, er tat sein Bestes. Wir fotografierten und staunten, er saß ruhig auf einem Stein, rauchte eine Zigarette und wartete geduldig bis wir genug hatten von so viel Schönheit.

Ja, das ist es, was einem Land und Leute näher bringt und außerdem immer wieder klar macht, dass wir Menschen überall auf der Welt mit dem gleichen Wasser kochen… Ich mag das. Sicher gehe ich keine umkalkulierbaren Risiken ein, aber für mich gehört es einfach dazu, sich auf solche kleinen Abenteuer einzulassen. Da hat man als Oma im Schaukelstuhl den Enkeln doch was zu erzählen!

Hier nun einige Impressionen vom Cap Bon:

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Cap Bon Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

Ein malerischer Ort, vergessen von der Welt – und vielleicht ist das auch gut so?

Nach einer Stunde waren wir müde vom Schauen und vom Herumlaufen. Unser Fahrer lud uns in sein Taxi und startete Richtung Nabeul. Irgendwann unterwegs hielt er am Straßenrand und stieg aus. Was jetzt?? Wahrscheinlich wollte er uns für den gezahlten Preis keine zusteigenden Fahrgäste zumuten. So wickelte er kurzerhand einen Lappen um das Taxi-Schild auf dem Dach und fuhrt weiter. So unkompliziert ist das manchmal.

Die Fahrt dauerte ziemlich lange. Auf der Hinfahrt war uns das gar nicht so bewusst. Wir genossen sie und waren froh, nicht in einer Louage zu sitzen. Jenny meinte nur: „Je länger die Fahrt dauert, desto mehr hab ich ein schlechtes Gewissen, was den Preis betrifft.“ Stimmt, aber ich glaube, unser Fahrer hatte Spaß an dieser außergewöhnlichen Fahrt, auch wenn die Kommunikation aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse auf beiden Seiten etwas dürftig war. Doch wie man sieht, es geht trotzdem…

(Aufenthalt 2012)